Energieausweis

Der Energieausweis gibt Auskunft über die energetische Qualität eines Gebäudes, er ist mit dem Typenschein eines Autos vergleichbar.
Man unterscheidet prinzipiell zwei Gruppen: Energieausweis für Wohngebäude und Nichtwohngebäude für Bestand und Neubau.
Zur Bewertung wird der Energiebedarf für die Raumwärme, das Warmwasser, die Raumlufttechnik, die Beleuchtung und der Betrieb für die technischen Anlagen berücksichtigt. Bei Nichtwohngebäuden kommt noch der Kühlbedarf hinzu. Er beschreibt an Hand unterschiedlicher Kennwerte den Energiestandart eines Gebäudes in seiner Gesamtheit. Damit können Gebäude neutral und unabhängig miteinander verglichen werden.

Gültigkeit: 10 Jahre ab Erstellung
(danach ist eine Verlängerung , unter Umständen eine Neuausstellung erforderlich)

 

energietabelle köttler

 

Energiekennzahlen aktuell OIB RL 6 – 2015


Energiekennzahl: HWB Ref,: am Gebäudestandort  ab RL6- 2015 aktuell

  • Der Heizwärmebedarf beschreibt jene Wärmemenge am Gebäudestandort, welche erforderlich ist, um eine Raumtemperatur von 20°C herzustellen.
  • NEU: Energiegewinne durch den Einsatz einer Komfortlüftung werden nicht mehr berücksichtigt

 

Die Energiekennzahl: HWB: am Gebäudestandort stand von 2013 bis 2016 auf Seite 1 des Energieausweises

  • Der Heizwärmebedarf beschreibt jene Wärmemenge am Gebäudestandort, welche erforderlich ist, um eine Raumtemperatur von 20°C herzustellen. Energiegewinne durch den Einsatz einer Komfortlüftung werden berücksichtigt
  • NEU: Diese Kennzahl befindet sich nun auf Seite 3 des Energieausweises unter: Kennzahlen für die Ausweisung in Inseraten HWBSK

 

Energiekennzahl: HWBREF: stand vor 2013 auf Seite 1 des Energieausweises

  • Der wohl bekannteste Kennwert ist der sogenannte Spezifische Heizwärmebedarf bezogen auf das Referenzklima. Dieser Wert eignet sich zum österreichweiten  Vergleich von Gebäuden bezüglich ihrer energetischen  Qualität.
  • Dieser Wert stand auf den Energieausweisen welche vor 2013 erstellt wurden auf  der Ersten Seite. Seit  2013, nach der Einführung des Energieausweis Vorlagegesetzes – 2012, befand sich dieser Wert auf den hinteren Seiten des Energieausweises und ist nur noch für Förderungen und Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen massgebend.
  • NEU: Diese Kennzahl befindet sich nun am Ende des Energieausweises  unter dem Wohnbauförderungsblatt: Basisanforderung Anforderungen (Referenzklima) HWBRef,RK

 

Änderungen der Konversionsfaktoren 2015 zu 2013:

  • Primärenergiebedarf
  • Kohlendioxidemissionen
  • Gesamtenergieeffizienz- Faktor

 

Der Energieausweis für ein und dasselbe idente Gebäude laut OIB RL 6 von 2013 und 2015 berechnet, weist verschiedene Ergebnisse auf. Und kann allein durch die Änderung der Konversationsfaktoren nicht mehr miteinander verglichen werden.

 

Was bringt mir der Energieausweis?


  • Vergleich unterschiedlicher Angebote als Käufer oder Mieter bei Neubau und Altbau
  • Bei Bestandsgebäuden wird der normgerechte Zustand abgebildet, ausserdem werden sinnvolle Sanierungsmassnahmen empfohlen
  • Bei Neubau und Sanierung ist der Energieausweis ein optimales Planungsinstrument
  • Ermittlung des Einsparpotentials durch Variantenberechnung:
  • Dämmstärken, Verglasungen, Haustechniksystem, etc
  • Optimierung der Wärmebrücken
  • Ausschreibungsgrundlage: für Bauteile und Flächenermittlung
  • Ökoindex: Der Ökoindex gibt Auskunft über die Auswirkungen bei Verwendung verschiedener ökologischer Produkte

 

 

Was kann der Energieausweis nicht:


Der Energieausweis wird auf Basis einer Normnutzung und des Normklimas erstellt. Das bedeutet, dass die Innenraumtemperatur, das Lüftungs- und das Heizungsverhalten, die Wärmegewinne etc. vorgegeben sind. Das Nutzerverhalten der Bewohner kann dabei beträchtlich von diesen Vorgaben abweichen. Deshalb kann der Energieausweis den tatsächlichen Energieverbrauch nicht abbilden. Diesbezüglich gibt es auch keine Haftung.

Beispiel:

Im Energieausweis werden alle beheizbaren Räume eines Hauses mit einer Normtemperatur von 20° C berechnet. Tatsächlich werden von den  Benutzern in verschiedenen Räumen unterschiedliche Raumtemperaturen gewünscht. Im Wohnbereich etwa 22°C,  im Schlafbereich werden die Fenster in der Nacht gekippt und die Heizung abgedreht. Ähnlich verhält es sich mit dem Lüftungsverhalten, insofern keine Lüftungsanlage vorhanden ist. Auf Grund dieses verständlichen individuellen Verhaltens kann der Energieausweis den tatsächlichen Energieverbrauch für die Raumwärme nicht angeben. Ähnlich verhält es sich beim Warmwasser- und Haushaltsstromverbrauch.

 

Mehr Informationen zum Downloaden:

Bundesgesetzblatt 2012

OIB Richtlinie 6 2015

Energieausweis Zentrale Vorarlberg: